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Osteoporose: Mit Vibrationen gegen Knochenbrüche?

Good vibrations? Ob sanftes Rütteln gegen Knochenbrüche bei Osteoporose hilft, ist unklar.

Good vibrations?

Ein Training auf Vibrationsplattformen soll Menschen mit Osteoporose helfen. Wir haben recherchiert, ob sanftes Rütteln das Risiko für Knochenbrüche reduziert.

Frage:Ist die Ganzkörper-Vibrationstherapie wirksam, um Knochenbrüche bei Osteoporose-Betroffenen zu vermeiden?
Antwort:wissenschaftliche Belege fehlen
Erklärung:Wir haben keine Studien gefunden, die untersucht haben, ob sich Vibrationstraining auf das Knochenbruch-Risiko bei Menschen mit Osteoporose auswirkt. Daher können wir keine Einschätzung treffen.

In Österreich sind schätzungsweise 370.000 Frauen und 90.000 Männer von Osteoporose betroffen [7]. Ein Ansatz zur Behandlung von Osteoporose soll das Ganzkörper-Vibrationstraining sein.

Dabei stehen die Betroffenen auf einer vibrierenden Plattform mit Haltegriffen. Das sanfte Rütteln geht durch den ganzen Körper. Ziel des Trainings: Die Vibration soll die Knochen und die Muskulatur stärken.

Rütteln gegen Osteoporose

Das Training mit den vibrierenden Plattformen war ursprünglich als Mittel gegen den Knochenschwund bei Astronautinnen und Astronauten gedacht. Heute werden Vibrations-Plattformen von diversen Herstellern gegen Osteoporose angeboten. Wie rasch und wie stark die Vibrationen erfolgen, kann an den Geräten reguliert werden [3].

Weniger Knochenbrüche durch Vibration?

Wir haben uns auf die Suche nach gut gemachten wissenschaftlichen Studien gemacht, um zu erfahren, wie der aktuelle Stand des Wissens ist. Haben Menschen mit Osteoporose durch das Vibrationstraining einen merklichen Nutzen? Ganz konkret wollten wir wissen, ob sich das Risiko für Knochenbrüche durch das Vibrationstraining verändert.

Bei unserer Suche sind wir zuerst auf etliche Untersuchungen gestoßen. Dies zeigt, dass es offenbar in der Wissenschaft Interesse an der Erforschung des Ganzkörper-Vibrationstrainings als Osteoporose-Gegenmittel gibt.

Allerdings konnten wir keine einzige Studie finden, in der Forscherinnen und Forscher ausgewertet haben, ob Osteoporose-Betroffene mit Vibrationstraining seltener (oder häufiger) Knochenbrüche erleiden. Das heißt, wir können weder bestätigen noch ausschließen, dass das Vibrationstraining in diesem Sinne wirksam ist.

Indirekte Hinweise – nicht verlässlich

Anstelle des Risikos für Knochenbrüche wurden in den Studien oft Veränderungen der Knochendichte gemessen [z. B. 5,6]. Doch die Knochendichte alleine ist nicht sonderlich gut geeignet, um verlässlich Auskunft über das Knochenbruch-Risiko bzw. den Nutzen des Vibrationstrainings zu geben [4].

Offene Fragen

Da Osteoporose ein wichtiges Gesundheitsproblem ist und bei Betroffenen wohl Interesse am Vibrationstraining besteht, wäre mehr Forschung durchaus relevant. Folgende Fragen sollten dabei u.a. geklärt werden:

  • Wie groß ist der vermutete Effekt? Wirkt er sich auf Alltag und Leben der Betroffenen aus?
  • Wie stark und schnell sollten die Vibrationen sein? Welche Qualitätsmerkmale sollten die Maschinen haben?
  • Wie lang und häufig sollten die Betroffenen üben? Wie genau sollten die Übungen aussehen – in welcher Abfolge?
  • Welche unerwünschten Nebenwirkungen kann das Training haben? Für welche Personen ist es nicht geeignet oder sogar gefährlich?
  • Ist das Vibrationstraining als alleinige Behandlung geeignet oder sollte es besser in Kombination mit anderen Therapien absolviert werden?
  • Was halten die Betroffenen vom Training: Gehen sie regelmäßig hin, können sie ihren Trainingsplan einhalten? Bevorzugen sie es gegenüber anderen Behandlungsformen?
  • Ist ein Üben alleine zuhause sicher und wirksam? Oder gibt es bessere Erfolge, wenn unter Anleitung trainiert wird?
  • Profitieren alle Knochenstrukturen gleichermaßen – oder gibt es Regionen, die besser auf die Vibrationen ansprechen?

Brüchige Knochen

Bei einer Osteoporose schwindet die Knochenmasse übermäßig. Dies schwächt die Stabilität der Knochen. Das Risiko für Knochenbrüche steigt. Schon kleinere Stürze oder Stöße können Brüche („Frakturen“) auslösen. Gefährdete Stellen sind zum Beispiel Hüfte, Handgelenke, Wirbelsäule, Oberarme und Oberschenkel.

Frauen, insbesondere nach der Menopause (letzte Regelblutung), sind häufiger betroffen als Männer. Bei ihnen begünstigen hormonelle Veränderungen den krankhaften Knochenschwund.

Was tun?

Personen mit Osteoporose bekommen u.a. Mittel mit Vitamin D und Kalzium. Es steht auch eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung.

Aber es gibt auch nicht-medikamentöse Ansätze wie flottes Gehen („Walking“) oder Krafttraining, die dem Knochenschwund entgegenwirken und das Risiko für Knochenbrüche reduzieren sollen. Doch gerade bei diesen Bewegungsaktivitäten ist das Sturzrisiko erhöht [1,2,4].

Mehr zum Thema Osteoporose erfahren Sie auf den Seiten von www.gesundheitsinformation.de [4].

 

Die Studien im Detail


Wir konnten keine Studien finden, die untersucht haben, ob das Vibrationstraining wirksam ist, um das Risiko für Knochenbrüche bei Menschen mit Osteoporose zu senken.

(AutorIn: J. Harlfinger, Review: B. Kerschner)

 

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Quellen

[1] Lorenzen u.a. (2010)
Whole body vibration for preventing and treating osteoporosis (Protocol).
Cochrane Database of Systematic Reviews 2010, Issue 3. Art. No.: CD008417.
Zusammenfassung

[2] Uptodate(2017)
Patient education: Osteoporosis prevention and treatment (Beyond the Basics)
Abgerufen am 15.2.2018

[3] National Osteoporosis Society (2017)
Vibration therapy and osteoporosis
Abgerufen am 15.2.2018

[4] Insitut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2014)
Osteoporose
Abgerufen am 15.2.2018

[5] Ma u.a. (2016)
Effect of whole-body vibration on reduction of bone loss and fall prevention in postmenopausal women: a meta-analysis and systematic review.
J Orthop Surg Res. 2016 Feb 17;11:24.

[6] Oliveira u.a. (2016)
Effects of whole body vibration on bone mineral density in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis.
Osteoporos Int. 2016 Oct;27(10):2913-33.

[7] Österreichische Gesellschaft für Knochen und Mineralstoffwechsel
Österreichische Gesellschaft für Knochen und Mineralstoffwechsel
Osteoporose