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Heilsteine im Trinkwasser

Hübsch: ja. Wissenschaftlich untersucht: nein. Wirkung plausibel: nein.

Mit bunten „Heilsteinen“ soll Trinkwasser aufgewertet werden. Zu Nutzen und Risiken gibt es keine Untersuchungen.

 

Frage:Hat Wasser aus Krügen mit Halbedelsteinen eine positive gesundheitliche Wirkung?
Antwort:wissenschaftliche Belege fehlen
Erklärung:Dazu liegen keine Studien vor. Eine Wirkung ist nicht plausibel.

Immer wieder sieht man Glaskrüge, die nicht nur mit Trinkwasser gefüllt sind. Sie enthalten auch Halbedelsteine. Das sieht hübsch aus.

Doch die Steine sollen nicht nur ästhetisch ansprechend sein. Die so genannten „Heilsteine“ verbessern angeblich auch die Qualität des Trinkwassers. Und sie haben vermeintlich eine positive Wirkung auf Wohlbefinden und Gesundheit. In diesem Zusammenhang wird mitunter von „Schwingung“, „Information“ und „Energie“ des Wassers gesprochen – ohne eine fundierte Definition der Begriffe zu liefern [1].

Welche Wirkung?

Theoretisch ist es zwar denkbar, dass sich Mineralien oder andere Stoffe von den Steinen lösen und dann ins Wasser übergehen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass gesundheitlich relevante Mengen aus den „Heilsteinen“ ins Wasser übertreten.

Und so haben wir, wenig überraschend, in etablierten Literaturdatenbanken keine Studien zum Thema gefunden. Offenbar hat sich die Forschung weder mit Heilsteinen im Wasser befasst noch die gesundheitlichen Auswirkungen von diesem speziellen Trinkwasser untersucht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interessieren sich wohl nur wenig dafür, der unplausiblen Wirkung von mit „Heilsteinen“ angereichertem Trinkwasser nachzugehen.

Nutzen nicht plausibel

Unser Fazit lautet daher: Nutzen und Risiken von „Heilsteinen“ im Trinkwasser sind nicht untersucht. Für eine positive gesundheitliche Wirkung fehlt jeglicher Beleg aus der wissenschaftlichen Medizin. Günstige Effekte erscheinen wenig wahrscheinlich.

Streng kontrolliert aus der Leitung

Leitungswasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel. Was in Österreich und Deutschland aus dem Hahn kommt, hat in der Regel eine hervorragende Qualität und ist oft sogar besser als Mineralwasser [2,3].

[Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels erschien am 10. November 2015. Eine neuerliche Literatursuche im Juli 2018 brachte keine neue Studien zutage. Unsere ursprüngliche Einschätzung hat sich nicht verändert.]

 

(Autor: J. Wipplinger, J. Harlfinger, Review: B. Kerschner)

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Quellen

[1] Helge Bergmann, wasser-hokuspokus.de

[2] Stiftung Warentest, beispielsweise im „Spiegel“, abgerufen am 30.7.2018

[3] Bundesministerium für Gesundheit, Österreichischer Trinkwasserbericht 2011-2013, abgerufen am 30.7.2018