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Kältekammer: wirkungsloser Frostschock?

Frostige Ganzkörper-Behandlung mit -110 Grad kaltem Stickstoff-Dampf

Frostige Ganzkörper-Behandlung mit -110 Grad kaltem Stickstoff-Dampf

Kältekammern sollen viele positive Effekte haben – die Kryotherapie soll etwa Schmerzen, Entzündungen oder Depressionen lindern. Belege dafür gibt es jedoch nicht.

Frage:Führen die Ganzkörper-Kryotherapie bzw. Anwendungen in der Kältekammer nachweislich zu Verbesserungen der Gesundheit?
Antwort:wissenschaftliche Belege fehlen
Erklärung:Ganzkörper-Kältetherapie wird vielfach einsetzt. Und es gibt viele Studien zum Thema. Nichtsdestotrotz ist die aktuelle Studienlage äußerst unbefriedigend – die Untersuchungen sind klein und von schlechter Qualität. Sie berichten häufig von sehr positiven Effekten, während es kaum Nebenwirkungen geben soll. Viele Anwendungsgebiete sind nur schlecht untersucht. Derzeit ist deshalb weder eine verlässliche Aussage über die Sicherheit noch die (vor allem längerfristige) Wirksamkeit von Kältekammern möglich.

Kälte wird seit Jahrtausenden therapeutisch genutzt. Schon im antiken Griechenland erwähnte Hippokrates sie in seinen berühmten Schriften. Wer eine Kneipp-Kur macht, übt sich im Kaltwasser-Treten. In Kindergärten wissen schon die Winzlinge, dass sie „Coolpacks“ auf ihre Beulen drücken sollen. Kalte Umschläge sind gängige Hausmittel, sie sollen von der Prellung bis zum entzündeten Gelenk helfen. Kein Wunder, dass irgendwann die Idee geboren wurde, Menschen im Ganzen in eisige Kammern zu stecken, um ihre Leiden zu lindern.

Der japanische Rheumatologe Toshiro Yamauchi war der erste „Ganzkörper-Kältetherapeut“. 1978 setzte er auf die Extremtemperatur von –175°C zur Behandlung von rheumatoider Arthritis.

Rasch wurde die Kältekammer für weitere Anwendungsgebiete getestet. Heute werden die teuren und energieintensiven „Wunder“-Kammern als wirkungsvoll in vielerlei Hinsicht angepriesen. Angeblich sollen die Kälteanwendungen [1–14]:

  • bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis und Rheuma helfen, indem sie Entzündungen lindern,
  • im (Leistungs-)Sport Muskelkater verhindern und die sportliche Leistung insgesamt erhöhen,
  • chronische Schmerzen wie Fibromyalgie, Rücken- oder Schulterschmerzen lindern, sodass weniger Medikamente nötig sind und physiotherapeutische Übungen besser durchgeführt werden können,
  • den Juckreiz bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte lindern,
  • psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen verbessern,
  • als Wellness-Angebot zum Beispiel in Thermen das Immunsystem ankurbeln, zu gutem Schlaf beitragen, einen nicht näher beschriebenen Anti-Aging-Effekt bewirken, beim Abnehmen helfen, die Herz-Kreislauf-Funktion oder ganz einfach rundum die Befindlichkeit verbessern.

Wir wurden gefragt, was dran ist an all diesen Versprechen: In welchen Bereichen ist es erwiesenermaßen sinnvoll – und sicher! –, den doch erheblichen Kälteschock auf sich zu nehmen?

Viel heiße Luft um kalte Kammern

Wir haben die wissenschaftlichen Datenbanken auf alle Arten von Ganzkörper-Kältetherapie durchforstet. Wir haben zwar etliche Studien gefunden, doch überzeugt haben sie uns nicht – keine von ihnen ist aussagekräftig.

Themen dieser Studien waren zum Beispiel diffuse Ganzkörperschmerzen bei Fibromyalgie [9,11], chronische Rückenschmerzen [6-8], starke chronische Schmerzen der Schulter („Frozen Shoulder“) [4], Neurodermitis [2], Depressionen und Angststörungen [2] oder „ruhelose Beine “ („Restless Legs Syndrome“) [10].

Die Studien haben jedoch große Mängel. Vor allem untersuchten sie alle viel zu wenige Testpersonen, um zu einem verlässlichen Ergebnis kommen zu können. Darüber hinaus sind sie ungenau – sehr oft fehlen entscheidende Angaben zu den Beschwerden der teilnehmenden Personen. Ob sich Beschwerden auch längerfristig bessern, wurde erst gar nicht untersucht.

Anhand dieser Daten ist es unmöglich zu beurteilen, ob eine Ganzkörper-Kältetherapie bei unterschiedlichen Gesundheitsproblemen wirksam und sinnvoll ist.

Es lebe der Sport!

Im Leistungssport ist die Ganzkörper-Kältetherapie besonders beliebt. Bei sehr niedrigen Temperaturen entspannen sich die Muskeln nach dem Training angeblich besser. Die Kälte soll auch die Leistungsfähigkeit im Wettkampf steigern. Dafür verbringen manche Sportlerinnen und Sportler längere Zeit in Kaltwasserbädern oder tauchen sogar in „Eistonnen“ [1].

Die trockene und als angenehmer empfundene Kälte der Kältekammern scheint da als Alternative zum eisigen Nass durchaus willkommen.
Auch hier gibt es jedoch bisher keinen Nachweis, dass die starke Kälte Muskelkater überhaupt verbessert bzw. dass sie besser wirkt als einfaches Pausieren. Es gibt zwar mehrere Studien dazu. Aussagekräftig ist allerdings keine davon [1,5,11-13].

Risiken und Nebenwirkungen

Fragen zu Risiken kann die aktuelle Studienlage ebenfalls nicht klären. In den meisten Studien wurden Nebenwirkungen entweder gar nicht erhoben oder nicht erwähnt [1].

Nur vereinzelt berichten Studien darüber. In einer (grob mangelhaften und daher nicht aussagekräftigen) Untersuchung mit Personen, die an Gelenksentzündungen litten, brach rund ein Fünftel der Teilnehmenden die Studie frühzeitig ab. Die Gründe waren Unwohlsein, eine Zunahme der Beschwerden, eine Infektion sowie Bluthochdruck [14].

In einer anderen Untersuchung kam es bei einer von 18 Personen zu einer Verschlechterung des Hautausschlags, der mit der Kältebehandlung eigentlich gelindert werden sollte [2]. Auch eine Kälteschädigung der Haut wurde schon beobachtet [1].

Denkbar sind bei Temperaturen weit unter -100°C natürlich aber auch andere Nebenwirkungen, etwa eine Unterkühlung oder Erfrierungen an Haut und Gliedmaßen [1].

In den wenigen Studien, welche die Auswirkung von Kältekammern auf Kranke untersuchten, durften von vornherein nur Personen teilnehmen, die keine der folgenden Probleme oder Beschwerden hatten [2]:

  • Kreislauf- oder Atemschwächen
  • Thromboseneigung
  • Entzündung der Blutgefäße
  • offene Wunden oder Geschwüre
  • schwere Wahrnehmungsbeeinträchtigungen
  • Fieber
  • Suchterkrankungen (beispielsweise kann Alkohol das Kälteempfinden beeinträchtigen)
  • Angst vor engen Räumen
  • Überempfindlichkeit gegen Kälte

Offensichtlich vermuteten die Studienautorinnen und -autoren, dass Menschen mit diesen Merkmalen Probleme durch die Kältekammer-Behandlung bekommen könnten.

Unser Fazit

Fallberichte und Ministudien, die positiv über Kältekammern berichten, sind so zahlreich wie Werbeversprechen von Herstellern und Anbietern. Aber Theorien, Einzelberichte oder schlecht durchgeführte Einzelstudien reichen nicht für eine Beurteilung oder gar Empfehlung.

Das geht nur mit ausreichend großen, gut gemachten und miteinander vergleichbaren Untersuchungen. Trotz über 30 Jahren Anwendung fehlen die für die Ganzkörperkältetherapie.

Wie wenig gesichert die Daten sind, zeigt sich auch darin, dass es bis heute keine standardisierten Angaben für Kältekammer-Anwendungen gibt. Offene Fragen sind zum Beispiel:

  • Gibt es möglicherweise Anwendungsgebiete, für die sich die Ganzkörper-Kältetherapie besser eignet als andere – einfachere, kostengünstigere, auch weniger energieintensive – Therapieformen? Der Unterschied müsste so deutlich sein, dass er den Einsatz der nicht risikoarmen Methode rechtfertigt [1].
  • Falls es solche Anwendungsgebiete gibt: Was wäre die ideale Behandlungsdauer? Bei welcher Temperatur? Wie oft und wie lange könnten sich Menschen der Extremkälte aussetzen, ohne Schaden zu nehmen? Über welche Zeiträume dürfte die Therapie verabreicht werden?

Solange Fragen wie diese nicht geklärt sind, kann zur Sicherheit und Wirksamkeit von Kältekammern keine (positive) Aussage gemacht werden.

Was passiert bei der Ganzkörperkältetherapie?

Eine Kältekammer besteht aus einem stark gekühlten Vorraum. Hier kann sich der Körper auf die Kälte einstellen. Danach geht es in den Hauptraum, der auf unter –100°C abgekühlt ist. Üblich sind Temperaturen um –110°C, vereinzelt werden bis zu –180°C erreicht.

Vor dem Betreten werden die empfindlichsten Körperstellen geschützt: Ohren, Stirn und Brustwarzen werden bedeckt. Handschuhe, dicke Socken und Schuhe verhindern das Abfrieren von Fingern und Zehen. Ein Mundschutz soll Kälteschäden an der Lunge verhindern.

Der Aufenthalt in der Hauptkammer dauert maximal drei Minuten. Dabei wird die Hautoberfläche empfindlich abgekühlt, während die Kerntemperatur des Körpers fast normal bleibt [2].

Alternative Cryosauna?

Vor allem im Leistungssport und Wellness-Bereich gewinnt die „Cryosauna“ an Beliebtheit: ein oben offenes, tonnenförmiges Gerät, das um den Körper geschlossen und mit dem Dampf von flüssigem Stickstoff gefüllt wird. Die Cryosauna ist deutlich kleiner als die klassische Kältekammer.
Es sieht spektakulär aus, wie der Körper im wabernden Nebel badet, während der Kopf im Freien bleibt. Deshalb handelt es sich korrekterweise bei der Cryosauna eigentlich auch nur um eine „Teilkörper-Kältetherapie“ [1].

Was löst der Kälteschock im Körper aus?

Viele Studien versuchten schon zu klären, welche Prozesse der Temperatursturz im Organismus anstößt. Einige Forscherinnen und Forscher wollen unter anderem festgestellt haben, dass es bei extremer Kälte zu Veränderungen des Blutdrucks, der Gefäße, der Durchblutung, der Sauerstoffversorgung des Gewebes, der Muskelspannung, der Nervenleitgeschwindigkeit und zu Immunreaktionen kommt [1,2,4].

Natürlich ist es prinzipiell interessant, was sich im Körper bei großer Kälte so alles abspielt. Doch ob diese Prozesse auch zu Symptomverbesserungen führen, die im Alltag für Anwender und Anwenderinnen spürbar sind, müsste in guten Studien nachgewiesen werden.

Denkbar ist zum Beispiel, dass eine starke Schmerzlinderung unmittelbar nach der Anwendung eintritt. Dies wiederum kann die Basis dafür sein, physiotherapeutische Übungen effizienter durchzuführen und mehr Beweglichkeit zu erlangen.

Warnung einer Behörde

Kältekammern und vor allem die Cryosauna sind in den USA auf dem Vormarsch. Und so hat sich 2016 die oberste amerikanische Gesundheitsbehörde FDA näher mit ihnen beschäftigt [15]. Nach Durchsicht der Studienlage gab sie eine Warnung vor unbewiesenen Heilsversprechen aus: Kein einziges Gerät sei offiziell für eine therapeutische Behandlung zugelassen und keine der Behauptungen, egal ob von medizinischen oder von Wellness-Einrichtungen, sei derzeit wissenschaftlich abgesichert.

Hingegen teilt die FDA die gesundheitlichen Bedenken bezüglich der bereits erwähnten Nebenwirkungen.

 

Die Studien im Detail

Die bisherigen Studien zu Kältekammern können nicht überzeugen. Die Zahl der Teilnehmenden ist mit jeweils 6 bis maximal 31 Testpersonen in keiner der Untersuchungen auch nur annähernd aussagekräftig.

Ein weiteres großes Problem: Die Behandelten in allen Studien wussten, welcher Gruppe sie angehörten. Die dabei entstehenden Erwartungen hinsichtlich einer möglichen (Un-)Wirksamkeit der Kältekammer können das verzerren.

Darüber hinaus sind die Studien uneinheitlich aufgebaut, sodass sie kaum vergleichbar sind. In den meisten Veröffentlichungen fehlen wichtige Daten, zum Beispiel über Vorerkrankungen oder Medikamente.

Auch an der Durchführung der Arbeiten hapert es: Oft wurden die teilnehmenden Personen nicht nach dem Zufallsprinzip der Behandlungs- und Kontrollgruppe zugeteilt. Doch diese Form der Zuteilung („Randomisierung“) ist Voraussetzung für belastbare Ergebnisse. Damit soll ausgeschlossen werden, dass – ob bewusst oder unbewusst – „besser“ geeignete Personen einer der Gruppen zugeteilt werden.

Jeder dieser Punkte kann dazu führen, dass die Wirkung einer Behandlung zu optimistisch eingeschätzt wird.

Meistens endeten die Studien kurz nach der letzten Anwendung. Hier ist dann zwar gerne von relevanten Symptomverbesserungen, vor allem Schmerzlinderung kurz nach Therapieende die Rede [1,2]. Aber ohne längere Beobachtung lässt sich nicht sagen, ob diese Besserungen einige Zeit lang oder sogar dauerhaft anhalten. Ebenso wenig lässt sich damit sagen, ob die Behandelten erst später unerwünschte Wirkungen bemerken oder die Erkrankung nicht auch ohne Kältekammer besser geworden wäre.

Sport

Eine gut gemachte Übersichtsarbeit des unabhängigen Wissenschaftsnetzwerks Cochrane widmete sich folgender Frage: Wirkt sich der Besuch einer Kältekammer nach dem Sport auf Muskelkater bzw. Muskelschmerzen von jungen, gesunden Personen aus? [1].

In die Endauswertung konnten nur vier sehr kleine Studien aufgenommen werden – und sogar diese vier Studien hatten Schwächen, die ihre Glaubwürdigkeit herabsetzten. Unter anderem wurden Nebenwirkungen nicht aufgezeichnet oder erwähnt. Und es gab erhebliche Unterschiede bei den Kältekammer-Anwendungen hinsichtlich Temperatur, Dauer und Häufigkeit. Das macht einen Vergleich schwierig.

Die Schlussfolgerung der Arbeit fällt nicht zu Gunsten der Kältekammer aus: Muskelkater oder Muskelschmerzen nach dem Training seien vorübergehende Symptome. Diese könnten mit Kaltwasserbädern kostengünstig und sicher behandelt werden. Da es gesundheitlich nicht unbedenklich sei, sich einmal oder gar wiederholt Extremtemperaturen auszusetzen, seien die bisherige vorgelegten Studien nicht ausreichend, um Kältekammern nach dem Training zu empfehlen [1].

Eine aktuellere systematische Übersichtsarbeit, die die Studienlage bis Ende 2016 zusammenfasst, kommt zum selben Ergebnis [5].
Zusätzlich haben wir drei Arbeiten, die nach 2016 veröffentlicht wurden, analysiert. Auch sie sind aufgrund derselben Mängel nicht geeignet, die Frage nach der Wirksamkeit zu beantworten [11-13].

Kältekammern bei entzündlichen Erkrankungen…

Eine Übersichtsarbeit hat verschiedene Arten der Kryotherapie bei rheumatischen Erkrankungen verglichen. Sie fand die größte Schmerzreduktion bei Ganzkörper-Kältetherapie [3].

Die Autorinnen und Autoren verglichen die Behandlungsarten aber in ihrer statistischen Auswertung nicht direkt miteinander. Sondern sie führten lediglich für jede Behandlungsform einzeln Vorher-Nachher-Werte an. Zudem warfen sie Studien unterschiedlicher Qualität ohne Unterscheidung in einen Topf. Das Ergebnis dieser Analyse ist deshalb nicht aussagekräftig.

… und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparats

Ein Überblick der Studien zu rheumatoiden Erkrankungen und chronischen Schmerzen fasste acht Arbeiten zusammen [2]. Erwähnt werden hier auch die (nicht aussagekräftigen) Einzelarbeiten zu Neurodermitis, Depressionen und Angsterkrankungen. Es handelt sich um die Aktualisierung eines älteren Berichts und behandelt nur deutsche und englische Studien. Zudem wurde er nur von einer Autorin verfasst.

Diese kritisiert zu geringe Fallzahlen und methodische Mängel in sämtlichen Studien. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Daten keine Empfehlung für die Kältekammer erlauben. Außerdem warnt sie vor nicht klar definierbaren Schäden der Ganzkörper-Kältetherapie, insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen.

Erstarrte Schulter

Eine koreanische Arbeit verglich zwei Behandlungsarten bei einer chronisch versteiften Schulter, die mit Schmerzen einhergeht („Frozen Shoulder“): 15 Personen erhielten Physiotherapie und physikalische Therapie (Wärmepackungen, Elektrotherapie und Ultraschall), 15 Personen bekamen Physiotherapie, physikalische Therapie und Ganzkörperkältetherapie [4].

Bei der Veröffentlichung der Studie ist– im Gegensatz zu anderen – jedes Detail sorgfältig angeführt; sie ist also gut nachvollziehbar. Doch es gibt auch hier etliche Schwächen, die die Aussagekraft stark einschränken: Abgesehen von der geringen Personenzahl und der fehlenden Verblindung kann wegen der umfangreichen zusätzlichen Behandlungen die berichtete Symptomverbesserung nicht eindeutig der Kältetherapie zugeschrieben werden.

[Aktualisiert am 26.11.2018, ursprünglich veröffentlicht am 22.12.2016. Neuere Studien ändern nichts an unserer Einschätzung.]

(AutorIn: V. Ahne, Review: B. Kerschner, J. Harlfinger, C. Christof)

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Information zu den wissenschaftlichen Studien

[1] Costello u.a. (2015)
Studientyp: systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse
Eingeschlossene Studien: 4
Teilnehmende insgesamt: 64 gesunde, junge, sportliche Personen (60 davon Männer)
Fragestellung: Hilft eine Ganzkörper-Kältetherapie gegen Muskelkater nach dem Training?
Interessenkonflikte: keine laut Autorenteam

Costello JT, Baker PR, Minett GM, Bieuzen F, Stewart IB, Bleakley C.
Whole-body cryotherapy (extreme cold air exposure) for preventing and treating muscle soreness after exercise in adults. Cochrane Database Syst Rev. 2015 Sep 18;(9):CD010789. (Zusammenfassung der Studie)

[2] Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (2012)
Studientyp: systematische Übersichtsarbeit (Update HTA-Bericht)
Eingeschlossene Studien: 8
Fragestellung: Ist eine Ganzkörper-Kältetherapie hilfreich bei Erkrankungen des Bewegungsapparats?
Interessenkonflikte: keine Angabe

Ingrid Wilbacher: Kältekammertherapie bei muskuloskeletalen Erkrankungen – HTA-Bericht (Update 2012). Volltext abrufbar unter https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/?contentid=10007.694072&viewmode=content

[3] Guillot u.a. (2014)
Studientyp: systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse
Eingeschlossene Studien: 13 (7 zu lokaler Kältetherapie, 4 zu Ganzkörper-Kältetherapie, 2 zu einer Kombination von beidem)
Teilnehmende insgesamt: 257 Personen mit rheumatoider Arthritis
Fragestellung: Lindern verschiedene Formen von Kältetherapie, darunter Ganzkörperkältetherapie, die Schmerzen bei rheumatoider Arthritis?
Interessenkonflikte: keine laut Autorenteam

Guillot X, Tordi N, Mourot L, Demougeot C, Dugué B, Prati C, Wendling D.
Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review. Expert Rev Clin Immunol. 2014 Feb;10(2):281-94. (Zusammenfassung der Studie)

[4] Ma u.a. (2013)
Studientyp: randomisiert kontrollierte Studie
Teilnehmende: 30 Personen mit chronisch schmerzhaft versteifter Schulter („Frozen Shoulder“)
Fragestellung: Lindert Ganzkörper-Kältetherapie in Kombination mit Physiotherapie und physikalischer Therapie die Schmerzen bei einer chronisch steifen Schulter besser als Physiotherapie/Physikalische Therapie alleine?
Interessenkonflikte: Für die Studie wurden die Geräte mehrerer Hersteller bereitgestellt.

Ma SY, Je HD, Jeong JH, Kim HY, Kim HD. Effects of whole-body cryotherapy in the management of adhesive capsulitis of the shoulder. Arch Phys Med Rehabil. 2013 Jan;94(1):9-16. (Zusammenfassung der Studie)

[5] Rose u. a. (2017)
Studientyp: Systematische Übersichtsarbeit
Analysierte Studien: 16 randomisiert-kontrollierte Studien
Teilnehmende: 6 bis 26 Personen pro Studie
Fragestellung: Hilft eine Ganzkörper-Kältetherapie gegen Muskelkater nach dem Training oder bessert es die sportliche Leistung?
Interessenkonflikte: keine laut Autorenteam

Rose C, Edwards KM, Siegler J, Graham K, Caillaud C. Whole-body Cryotherapy as a Recovery Technique after Exercise: A Review of the Literature. Int J Sports Med. 2017 Dec;38(14):1049-1060. (Zusammenfassung der Übersichtsarbeit)

Weitere wissenschaftliche Studien

[6] Nugraha u.a. (2015)
Nugraha B, Günther JT, Rawert H, Siegert R, Gutenbrunner C. Effects of whole body cryo-chamber therapy on pain in patients with chronic low back pain: a prospective double blind randomised controlled trial. Eur J Phys Rehabil Med. 2015 Apr;51(2):143-8. (Studie in voller Länge)

[7] Giemza u.a. (2015)
Giemza C, Matczak-Giemza M, De Nardi M, Ostrowska B, Czech P. Effect of frequent WBC treatments on the back pain therapy in elderly men. Aging Male. 2015;18(3):135-42. (Zusammenfassung der Studie)

[8] Giemza u.a. (2014)
Giemza C, Matczak-Giemza M, Ostrowska B, Bieć E, Doliński M. Effect of cryotherapy on the lumbar spine in elderly men with back pain. Aging Male. 2014 Sep;17(3):183-8. (Zusammenfassung der Studie)

[9] Bettoni u.a. (2013)
Bettoni L, Bonomi FG, Zani V, Manisco L, Indelicato A, Lanteri P, Banfi G, Lombardi G. Effects of 15 consecutive cryotherapy sessions on the clinical output of fibromyalgic patients. Clin Rheumatol. 2013 Sep;32(9):1337-45. (Zusammenfassung der Studie)

[10] Happe u.a. (2016)
Happe S, Evers S, Thiedemann C, Bunten S, Siegert R. Whole body and local cryotherapy in restless legs syndrome: A randomized, single-blind, controlled parallel group pilot study. J Neurol Sci. 2016 Nov 15;370:7-12. (Zusammenfassung der Studie)

[11] Vitenet u.a. (2018)
Vitenet M, Tubez F, Marreiro A, Polidori G, Taiar R, Legrand F, Boyer FC. Effect of whole body cryotherapy interventions on health-related quality of life in fibromyalgia patients: A randomized controlled trial. Complement Ther Med. 2018 Feb;36:6-8. (Zusammenfassung der Studie)

[12] Russell u.a. (2017)
Russell M, Birch J, Love T, Cook CJ, Bracken RM, Taylor T, Swift E, Cockburn E, Finn C, Cunningham D, Wilson L, Kilduff LP. The Effects of a Single Whole-Body Cryotherapy Exposure on Physiological, Performance, and Perceptual Responses of Professional Academy Soccer Players After Repeated Sprint Exercise. J Strength Cond Res. 2017 Feb;31(2):415-421. (Zusammenfassung der Studie)

[13] Wilson u.a. (2018)
Wilson LJ, Cockburn E, Paice K, Sinclair S, Faki T, Hills FA, Gondek MB, Wood A, Dimitriou L. Recovery following a marathon: a comparison of cold water immersion, whole body cryotherapy and a placebo control. Eur J Appl Physiol. 2018 Jan;118(1):153-163. (Zusammenfassung der Studie)

[14] Braun u.a. (2009)
Braun KP, Brookman-Amissah S, Geissler K, Ast D, May M, Ernst H. Ganzkörperkryotherapie bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Eine prospektive Studie. Med Klin (München). 2009 Mar 15;104(3):192-6. (Zusammenfassung der Studie)

[15] US Food and Drug Administration FDA (2016)
Whole Body Cryotherapy (WBC): A “Cool” Trend that Lacks Evidence, Poses Risks. Abgerufen am 30.11.2016 unter http://www.fda.gov/ForConsumers/ConsumerUpdates/ucm508739.htm