Medizin transparent - Wissen was stimmt – unabhängig und wissenschaftlich geprüft

Jetzt anfragen

Sie fragen, wir antworten

Stimmt die Behauptung aus Internet, Werbung oder den Medien?

Glossar

Cochrane Collaboration
ein weltweites Netzwerk von WissenschaftlerInnen und ÄrztInnen, das systematische Übersichtsarbeiten (Reviews) zur Wirkung medizinischer Behandlungen veröffentlicht. Die Mitglieder durchforsten Fachzeitschriften und andere Quellen nach Studien im jeweiligen Interessengebiet. Medizin-Transparent arbeitet eng mit der Österreichischen Cochrane-Zweigstelle zusammen.

Cochrane Library
eine Online-Datenbank (www.thecochranelibrary.com), über die alle systematischen Übersichtsarbeiten der Cochrane Collaboration zugänglich sind. Die enthaltenen Übersichtsarbeiten sind Auswertungen der vorhandenen wissenschaftlichen Fachliteratur zu bestimmten medizinischen Fragestellungen und ermöglichen eine objektive Beurteilung der Wirksamkeit einer medizinischen Behandlung.

Embase
eine kostenpflichtige Online-Datenbank (www.embase.com) zur Suche nach wissenschaftlich-medizinische Forschungsarbeiten und Studien.

Evidenz
„Evidenz“ meint die Gesamtheit der wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnisse zu einer klinischen Fragestellung.

Evidenzbasierte Medizin
„Evidenzbasierte Medizin“ bezeichnet eine Gesundheitsversorgung, bei der PatientInnen nach den besten zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden. Sie beruht auf der systematischen Suche nach relevanten wissenschaftlichen Studien zu einer klinischen Frage sowie deren Beurteilung. Bei der Anwendung auf den jeweiligen Fall gilt es aber auch, die ärztliche Erfahrung sowie Vorstellungen der Patienten zu berücksichtigen.

Fall-Kontroll-Studie
untersucht ob in einer Patientengruppe zwischen einer bereits eingetretenen Erkrankung (z.B. Lungenkrebs) und eventuellen Ereignissen in der Vergangenheit (z.B. Rauchen) ein Zusammenhang besteht. Zur Kontrolle werden auch bei einer Vergleichsgruppe ohne Erkrankung dieselben Ereignisse in der Vergangenheit untersucht. War das Ereignis (hier: Rauchen) in der Patientengruppe viel häufiger als in der Kontrollgruppe, besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen Ereignis und Erkrankung.

Kohortenstudie
Von einer relativ einheitlichen Gruppe von Personen (Kohorte) werden über einen gewissen Zeitraum spezifische Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Cholesterinspiegel) beobachtet, um zu untersuchen, wie viele TeilnehmerInnen am Ende eine bestimmte Erkrankung (z.B. Herzinfarkt) entwickeln. Der Vergleich der Risikofaktoren von später Erkrankten und Gesundgebliebenen kann einen möglichen Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und Erkrankung aufzeigen.

Meta-Analyse
ein statistisches Verfahren, das die Ergebnisse mehrerer Studien zur selben Fragestellung zusammenfasst und daraus ein aussagekräftigeres Ergebnis errechnet.

Nicht-kontrollierte Studie
Üblicherweise gibt es in klinischen Studien eine Kontrollgruppe (erhält ein Scheinmedikament oder eine konventionelle Behandlung) und eine Versuchsgruppe (erhält das zu untersuchende Medikament). Ist die Studie nicht kontrolliert (die Kontrollgruppe fehlt), ist nicht feststellbar, ob nicht andere Dinge als das untersuchte Medikament für die beobachtete Wirkung verantwortlich sind.

Narrative Übersichtsarbeit
fasst den Stand der wissenschaftlichen Forschung zu einer medizinischen Fragestellung aus Sicht des Autors/der Autoren zusammen. Im Gegensatz zur systematischen Übersichtsarbeit ist die Auswahl der eingeschlossenen Studien subjektiver und weniger verlässlich, wichtige Studien könnten womöglich übersehen worden sein.

Placebo
ein Scheinmedikament, das keinen pharmakologischen Wirkstoff enthält. Da bereits die Erwartung beim Einnehmen eines Medikaments eine gewisse Verbesserung eines Krankheitsbildes bewirken kann (Placeboeffekt), sollte die Wirksamkeit eines neuen Medikaments immer mit der einer Placebo-Behandlung verglichen werden.

Pubmed
www.pubmed.gov, eine kostenlos durchsuchbare Online-Datenbank für wissenschaftlich-medizinische Forschungsarbeiten und Studien.

Ökologische Studie
untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer bestimmten Belastungen (z.B. Luftverschmutzung) und dem Auftreten bestimmter Symptome oder Krankheiten (z.B. Asthma) gibt. Untersucht werden die Zusammenhänge nicht an Einzelpersonen, sondern nur an zusammengefassten Gruppen von Menschen. Ob die Belastung die Ursache für die Symptome ist, kann damit nicht zweifelsfrei gezeigt werden.

Querschnittsstudie
untersucht zu einem einzigen Zeitpunkt, ob eine Gruppe von Personen z.B. mit einer speziellen Belastung gerade bestimmte Symptome oder Merkmale zeigt. Ob die spezielle Belastung die Ursache für die Symptome ist, lässt sich daraus aber nicht schließen, da nicht untersucht wurde, ob die Belastung oder die Symptome zuerst da waren.

Randomisierung
Ist die zufällige Aufteilung von StudienteilnehmerInnen entweder zu einer Kontrollgruppe, welche ein Scheinmedikament (Placebo) bekommen, oder zu einer Versuchsgruppe, die das zu untersuchende Medikament erhalten. Randomisierung beugt der unabsichtlichen Verfälschung von Studienergebnissen vor.

Randomisiert-kontrollierte klinische Studie
die hochwertigste Form einer klinischen Studie, um die Wirksamkeit einer Behandlung zu untersuchen. Dabei werden VersuchsteilnehmerInnen zufällig (randomisiert) der Versuchsgruppe (erhält das zu untersuchendes Medikament) oder der Kontrollgruppe (erhält ein konventionelles oder ein Scheinmedikament) zugeteilt. So können WissenschaftlerInnen vergleichen, wie wirksam ein neues Medikament im Vergleich zu einer herkömmlichen oder einer Scheintherapie ist. Die Randomisierung beugt dabei der unabsichtlichen Verfälschung von Studienergebnissen vor.

Systematische Literatursuche
findet alle zu einer bestimmten Fragestellung vorhandenen wissenschaftlichen Studien anhand objektiver Suchkriterien in wissenschaftlichen Literaturdatenbanken. Dadurch wird eine Verzerrung durch selektives Herauspicken von Studien, deren Ergebnis den Erwartungen entspricht, vermieden.

Systematische Übersichtsarbeit
fasst den Stand der wissenschaftlichen Forschung zu einer medizinischen Fragestellung zusammen. Dabei wird darauf geachtet, möglichst alle Studien zu der betreffenden Fragestellung einzubeziehen, um ein möglichst objektives Bild zu bekommen.

(letzte Änderung: 25. 6. 2013)