„Viruprotect“: Ein Erkältungsspray gegen Viren?

AutorIn: und
Review: 

Jana Meixner, Julia Harlfinger

zuletzt aktualisiert: 22. November 2021
Täglich bis zu sechs Sprühstöße in den Rachen als Empfehlung gegen Erkältungen?
Gegen lästige Erkältungsviren und Covid-19 soll ein Spray mit dem Verdauungsenzym Trypsin helfen. Bisherige Studien zu „Viruprotect“ können das nicht belegen.
Frage:
Schützt ein Erkältungsspray mit Trypsin vor Erkältungen oder Covid-19? Verringert der Spray Erkrankungsbeschwerden und -dauer?
wissenschafliche Beweise fehlen
Antwort:
Antwort:
Erklärung:
Die Frage wurde in zwei kleinen Studien mit groben Mängeln untersucht. Sie können nicht belegen, dass eine Behandlung mit dem Erkältungsspray Beschwerden lindert oder die Erkrankungsdauer verkürzt. Ob der Spray eine vorbeugende Wirkung hat, ist weder für Erkältungen noch für Covid-19 erforscht.

Wie gehen wir vor?

Wirksamkeitsstudie(n)
Beobachtungsstudie(n)
Labor/Tier-Studien(n)

Das wär’s: Endlich ein Mittel, das vor lästigen Erkältungen schützt oder zumindest die Zeit des Leidens verkürzt. Bisher war entsprechenden Forschungen nur wenig Erfolg beschieden.

Seit einiger Zeit ist ein weiteres Mittel auf dem Markt, das uns vor Erkältungen samt Husten, Schnupfen und Heiserkeit bewahren soll: Ein Erkältungsspray mit Trypsin, der in Österreich unter dem Namen „Viruprotect“ und international als „Coldzyme“ vertrieben wird. In der Werbung ist sogar von einer angeblichen Schutzwirkung gegen das Coronavirus die Rede [4].

Viren einfach wegverdauen

Die Idee dahinter: Trypsin ist ein Verdauungsenzym, das Proteine zerstören kann. Es soll auch jene Proteine auf der Oberfläche von Coronaviren und Erkältungsviren angreifen, die diese zum Eindringen in den menschlichen Körper benötigen. Der Plan ist also: dank Trypsin kein Virusprotein, ohne Virusprotein keine Infektion.

Laut Herstellerfirma muss der Spray bis zu sechs Mal täglich in Mund und Rachen gesprüht werden. So entsteht angeblich ein Schutzfilm auf den Schleimhäuten, was wiederum eine Erkältung verhindern oder zumindest die Dauer der Erkrankung verkürzen soll.

Das klingt eigentlich plausibel und vielversprechend. Aber gibt es auch Belege, dass der Anti-Viren-Spray mit Trypsin tatsächlich funktioniert? Und ist das Mittel sicher für die Anwenderinnen und Anwender?

Fehlender Wirknachweis

Mit diesen Fragen haben wir uns auf die Suche nach entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen gemacht. Gefunden haben wir zwei Studien [1,2], die untersuchten, wie gut sich der Spray zur Behandlung einer Erkältung eignet. Nach detaillierter Begutachtung waren diese Studien aber ziemlich enttäuschend. Hinweise auf eine Linderung von Erkältungsbeschwerden können sie nicht geben.

Ob der Erkältungsspray eine Erkrankung verhindern kann, hat keine bisher veröffentlichte Studie untersucht. Ein vorbeugender Effekt ist also ungewiss. Das gilt für gewöhnliche Erkältungen genauso wie für Covid-19.

Kein Vertrauen in Ergebnisse

Die erste der beiden von uns gefundenen Studien ist schon aufgrund der geringen Anzahl von lediglich 46 Teilnehmenden kaum aussagekräftig. Zudem wirft sie viele Fragen zur korrekten Durchführung und Auswertung auf.. Das Autorenteam spricht von einer Verkürzung der Erkrankung um drei Tage durch den Trypsin-Erkältungsspray. Unsere eigene Auswertung der Studiendaten (siehe Studien im Detail). LINK ergibt jedoch keine solche verkürzende Wirkung.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden unter Laborbedingungen mit nur einer einzigen Erkältungsvirus-Art namens Rhinovirus 16 infiziert. Im Alltag gibt es aber viel mehr Erreger, die Erkältungen auslösen können. Ob die Ergebnisse der Studie auf die üblichen Lebensumstände übertragbar sind, ist also fraglich.

An der zweiten Studie [2] nahmen 123 Ausdauer-Sportlerinnen und -Sportler teil, für eine Dauer von drei Monaten während der kalten Jahreszeit. Die Hälfte von ihnen sprühte sich den Erkältungsspray in den Rachen, sobald sie die ersten Anzeichen einer Erkältung verspürten. Die andere Hälfte verwendete keinen Spray.

Die Studie hat jedoch grobe Mängel. Daher vertrauen wir nicht in die Ergebnisse des Autorenteams, wonach sich die Erkältungsdauer mit Spray von 10 auf 7 Tage verringern soll. Denn die Testpersonen nahmen auch andere Erkältungsmittel ein, wenn sie es für nötig hielten. Und das taten sie in der Spray-Gruppe nicht seltener als in der Gruppe ohne Spray-Behandlung [2]. Zudem diagnostizierte keine Ärztin oder Arzt die Erkältung, sondern die Teilnehmenden entschieden selbst, ob sie sich erkältet fühlten oder nicht. Diese subjektive Einschätzung kann – verbunden mit positiven Erwartungen an die Wirksamkeit des Sprays – die Ergebnisse stark verzerrt haben.

Unveröffentlichte Daten in der Schublade

In mehreren Pressemitteilungen berichtet die Herstellerfirma über Teilergebnisse von drei weiteren Studien, davon eine mit negativen und zwei mit angeblich positiven Resultaten [4]. Diese Studien sind bisher jedoch nicht vollständig und transparent veröffentlicht worden. Wir können ihre Aussagekraft daher nicht einschätzen.

Nebenwirkungen und Risiken

Unklarheit besteht auch, was die Sicherheit des Produkts angeht: In der Studie an 123 Sportlerinnen und Sportlern [2] berichtete eine Testperson von einer Magenverstimmung, die durch den Erkältungsspray ausgelöst worden sein könnte. In der anderen Studie [1] wurden keine Nebenwirkungen beobachtet, die mit dem Rachenspray im Zusammenhang stehen. Es fehlen jedoch ausführliche Angaben dazu, wie unerwünschte Wirkungen erfasst und bewertet wurden.

Ein nicht an den Studien beteiligtes Forschungsteam befürchtet, dass ein Erkältungsspray mit Trypsin das Infektionsrisiko sogar erhöhen könnte. Das hätten Laborversuche im Reagenzglas angedeutet [4]. Allerdings sind solche Reagenzglas-Experimente nur begrenzt aussagekräftig, ihre Ergebnisse lassen sich nicht ohne weiteres auf die Wirkung im menschlichen Hals übertragen.

Das Forschungsteam hat auch ein weiteres mögliches Risiko aufgezeigt: Im Reagenzglas hat Trypsin vereinzelt dazu geführt, dass SARS-CoV-2-Coronaviren rascher mutieren [4].

In Deutschland nicht erhältlich

Der Erkältungsspray ist in der EU als Medizinprodukt eingestuft. Dafür ist – anders als für Arzneimittel – prinzipiell kein Nachweis einer Wirksamkeit nötig. Die deutsche Gesetzgebung ist hier strenger. Ein deutsches Gericht hat den Vertrieb von „Viruprotect“ untersagt – offenbar da die bisherigen Studien in Deutschland nicht als ausreichender Wirknachweis anerkannt werden [3,4]. In Österreich und anderen Ländern ist der Erkältungsspray weiterhin erhältlich.

Alle Jahre wieder

Auch wenn wir es uns anders wünschen: Einer Erkältung bzw. Verkühlung können wir besonders in der kalten Jahreszeit nur schlecht entkommen. Auslöser sind verschiedene Viren, in etwa 30-50 Prozent der Fälle Rhinoviren.

Bei Erwachsenen schlagen Erkältungs-Viren im Durchschnitt etwa zwei- bis viermal pro Jahr zu, bei Kindern noch häufiger. Die wichtigsten und aussichtsreichsten Schutzmaßnahmen: Abstand zu erkrankten Personen halten und häufiges Händewaschen [5,6].

Fragen nach schützenden oder lindernden Mitteln erreichen uns regelmäßig – und regelmäßig kommen wir leider zu dem Ergebnis, dass die bisher getesteten Präparate allesamt keine Wundermittel sind. Das gilt etwa für Echinacea, Vitamin C, Zink, Vitamin D oder Erkältungssprays auf der Basis von Rotalgen.

Die Studien im Detail

Nur randomisiert-kontrollierte Studien sind geeignet, die Wirksamkeit von Erkältungssprays tatsächlich zu belegen. Dabei werden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die Interventionsgruppe verwendet den zu untersuchenden Erkältungsspray, die Kontrollgruppe nicht.

Idealerweise wissen weder die Teilnehmenden noch das wissenschaftliche Studienteam, wer welcher Gruppe zugeordnet ist. Fachleute sprechen von einer „doppelt verblindeten“ Studie. Fehlt eine solche Verblindung, können die Erwartungen der an der Studie Beteiligten die Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten die Teilnehmenden der Kontrollgruppe einen wirkstofflosen Placebo-Spray bekommen, der sich in Geschmack und Aussehen nicht von dem zu untersuchenden Erkältungsspray unterscheiden lässt.

Auf der Suche nach aussagekräftigen Forschungsergebnissen zu Trypsin-Erkältungssprays haben wir zwei große Studiendatenbanken sowie die Webseite der Herstellerfirma von Viruprotect bzw. Coldzyme durchforstet. Dabei fanden wir zwei veröffentlichte randomisiert-kontrollierte Studien. Das Unternehmen erwähnt in Presseaussendungen drei weitere randomisiert-kontrollierte Studien. Deren Ergebnisse sind bisher jedoch nicht vollständig einsehbar [4] – wir können ihre Aussagekraft daher nicht beurteilen.

Schwedische Studie

In einer der beiden veröffentlichten Studien wurden Testpersonen aus Südschweden (20-46 Jahre alt) per Zufall auf zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Alle waren zu Studienbeginn gesund und wurden Erkältungsviren aus dem Labor ausgesetzt.

Zwecks Vergleich erhielt eine Gruppe den untersuchten Erkältungsspray, die andere Gruppe ein Scheinmedikament (Placebo). Die Sprays sollten sechs Mal pro Tag eingesetzt werden. In beiden Gruppen schmeckten die Sprays nach Menthol, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wussten nicht, ob sie mit dem Trypsin-Spray oder mit dem Placebo-Spray sprühten.

Nach der Auswertung der 10-tägigen Beobachtung berichtete das Autorenteam von einer deutlichen Verkürzung der Krankheitsdauer in der Gruppe mit dem Trypsin-Spray.

Zweifel an der Aussagekraft

Allerdings hat diese Studie beim genauen Hinsehen etliche methodische Probleme: So wurden für die Untersuchung die 46 gesunden Freiwilligen künstlich mit einem Erkältungsvirus (Rhinovirus 16) infiziert. Dazu bekamen sie einen Virus-haltigen Nasenspray. Im richtigen Leben gibt es aber eine ganze Reihe von Viren, die Erkältungen auslösen können. Daher ist fraglich, inwiefern sich die Ergebnisse auf den Alltag übertragen lassen.

Hinzu kommt: Mit 46 Testpersonen lässt sich nur eine begrenzte Aussage treffen, denn die Studie hat keine wirkliche „statistische Power“. Ebenfalls kritisch zu sehen ist, dass die Studie vom Hersteller finanziert wurde und ein Studienautor gleichzeitig Mitarbeiter des Herstellers ist.

Wie der Zufall so spielt?

Außerdem lässt sich anhand der Angaben in der Publikation nicht genau nachvollziehen, ob die zufällige Zuteilung der Testpersonen auf die Gruppen („Randomisierung“) wirklich so durchgeführt wurde, dass sich das Verzerrungsrisiko minimiert hat. Läuft eine Randomisierung nicht korrekt ab, so sind die Ausgangsbedingungen in den Gruppen möglicherweise zu unterschiedlich. Folglich könnte eine Studie keinen fairen Vergleich darstellen.

Außerdem fehlt rund ein Viertel der Probandinnen und Probanden im Datensatz für die Auswertung.

Virenzahl statt Krankheitsgefühl

Das Forschungsteam hat sich entschieden, als wichtigste Größe die Anzahl der Viren in der Nase zu messen. Aus Sicht der Betroffenen hat dies allerdings nicht höchste Priorität, denn die so genannte „Viruslast“ ist für erkältete Menschen nicht besonders relevant. Vielmehr zählt, welche Symptome sie wie lange und wie stark plagen – und nicht, wie viele Viren sich auf den Schleimhäuten in Nase, Mund und Hals tummeln.

Liebes Tagebuch!

Deshalb konzentrierten wir uns bei der Bewertung auf die Erkältungsbeschwerden, die vom Forschungsteam allerdings nur nachrangig untersucht worden sind. Für die Erhebung der Beschwerden mussten die Testpersonen über zehn Tage ein Tagebuch führen. Darin wurden die Symptome protokolliert und bewertet. Dazu gehörten Niesen, laufende Nase, Husten, Kopfschmerzen, Heiserkeit, Halsschmerzen und Schüttelfrost.
Das Forschungsteam thematisiert in der Publikation aber nicht, ob diese Tagebuchmethode tatsächlich zuverlässig ist. Wichtig wäre dafür zum Beispiel, dass vergleichbare Beschwerden bei verschiedenen Menschen auch vergleichbare Ergebnisse liefern.

Schöne Ergebnisse durch unschöne Methode?

Das Forschungsteam hat in seiner Auswertung viele Testpersonen ausgeschlossen und nur die Fälle mit nachweisbarer Virenlast und mit Symptomberichten analysiert. Dies entspricht nicht wissenschaftlich anerkannten Standards. So flossen bei der Analyse der Erkältungssymptome statt der 46 Personen, die in die Studie gestartet waren, nur 37 ein.

Damit kam das Forschungsteam zu einem eindeutig erscheinenden Ergebnis: Mit dem Erkältungsspray dauerte die Erkältung im Mittel 3 Tage, mit dem Scheinmedikament dagegen 6,5 Tage.

Wir haben selbst gerechnet

Die Vorgehensweise bei der Auswertung ist aus unserer Sicht nicht im Sinne der zahlenden Anwenderinnen und Anwender, für die es um die Alltagstauglichkeit des Sprays geht. Wir haben deshalb nachgerechnet und dabei alle Menschen berücksichtigt, die ursprünglich in die Studie aufgenommen wurden – der von uns gewählte Analyseweg neigt weniger dazu, die Wirksamkeit zu überschätzen. Und siehe da: Der vermeintliche Vorteil durch den Trypsin-Spray schrumpft dann auf 1,5 Tage zusammen, und es ist möglich, dass die errechnete Verkürzung ein reiner Zufallsbefund ist. Damit lässt also nicht sicher nachweisen, dass der Erkältungsspray die Dauer einer Erkältung verkürzt.

Und wir haben noch eine weitere Auswertung gerechnet, die in der Studie nicht auftaucht, aber in der Werbung und Packungsbeilage propagiert wird: Dass der Erkältungsspray auch das Erkrankungsrisiko senkt, also vorbeugend wirkt. Schaut man sich die Zahl der Menschen an, die nach künstlicher Infektion überhaupt von Erkältungsbeschwerden berichten (21 von 23 in der Spraygruppe, 16 von 23 in der Placebogruppe), lässt sich kein eindeutiger Unterschied zeigen, der für einen vorbeugenden Effekt des Erkältungssprays spricht.

Zweite Studie aus Großbritannien

In den Monaten Dezember bis April der Jahre 2018 bzw. 2019 führte ein britisches Forschungsteam eine weitere randomisiert-kontrollierte Studie durch. Teilgenommen haben darin 123 Ausdauer-Sportlerinnen und -Sportler aus England – jeweils für die Dauer von drei Monaten.

Nach dem Zufallsprinzip wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Interventionsgruppe bekam einen Erkältungsspray, um ihn im Falle einer beginnenden Erkältung bis zu sechsmal täglich einzusetzen. Die Kontrollgruppe bekam keinen Spray. Erkrankten die Teilnehmenden an einer Erkältung, führten sie über die Symptome Tagebuch, genauso wie in der Studie aus Schweden.

Da die Teilnehmenden nicht „verblindet“ waren, hatten jene aus der Interventionsgruppe möglicherweise Erwartungen an die Wirkung des Erkältungssprays. Diese Erwartungen können die Tagebuch-Einschätzung der Teilnehmenden zu den eigenen Erkältungssymptomen beeinflusst haben. Denn eine objektive Bestätigung der Symptome durch eine Ärztin oder einen Arzt gab es nicht.

Daher halten wir die Ergebnisse der Studie für nicht aussagekräftig: Mit Spray beurteilten die Teilnehmenden die Dauer ihrer Erkältung kürzer (7,7 Tage) als ohne Spray (10,4 Tage).
Alle Teilnehmenden durften zusätzlich rezeptfreie Erkältungsmittel verwenden, wenn sie das wollten. Interessanterweise gab es hier keinen klaren Unterschied zwischen den beiden Gruppen: Die Spraygruppe griff nicht wesentlich seltener zu anderen Erkältungsmitteln als die Kontrollgruppe. Ein Ergebnis, das nicht für einen Vorteil des Erkältungssprays spricht.

Enttäuschende Mängelliste

Für alle, die nach wirksamen Mitteln gegen Erkältungen suchen, ist die Studie wohl eine weitere Enttäuschung. Sie ist jedoch ein Musterbeispiel dafür, dass sich bei medizinischen Studien aus dem „Rohmaterial“, also den Daten, je nach Auswertungsmethode und Interessenslage mal „schönere“ und mal weniger gewünschte Ergebnisse produzieren lassen. Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen und im Zweifelsfall nachzurechnen

Wissenschaftliche Quellen


[1] Clarsund (2017)
Studientyp: randomisierte kontrollierte Studie
Teilnehmende: 46 Testpersonen, die unter Laborbedingungen mit einem Erkältungsvirus infiziert werden
Studiendauer: 10 Tage
Fragestellung: Verringert die Behandlung mit dem Trypsin-Spray die Virus-Konzentration auf der Nasenschleimhaut und die Erkältungsbeschwerden im Vergleich zu einem Scheinmedikament?
Interessenkonflikte: Der Erstautor ist Angestellter des Herstellers; der Hersteller hat die Studie finanziert.

Clarsund M et al. A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Pilot Clinical Study on ColdZyme ® Mouth Spray against Rhinovirus-Induced Common Cold. Open Journal of Respiratory Diseases, 2017, 7, 125-135 (Studie in voller Länge)

[2] Davison u.a. (2021)
Studientyp: randomisiert-kontrollierte Studie
Teilnehmende: 123 Ausdauer-Sportlerinnen und -Sportler
Studiendauer: 3 bis 4 Monate (Dez. 2017 bis März 2018 bzw. Dez. 2018 bis April 2019)
Fragestellung: Verringert die Verwendung des Trypsin-Sprays im Vergleich zu keinem Spray die Schwere und Dauer von Erkältungen?
Interessenskonflikte: Die Studie wurde durch die Herstellerfirma finanziert

Davison G, Perkins E, Jones AW, Swart GM, Jenkins AR, Robinson H, Dargan K. Coldzyme® Mouth Spray reduces duration of upper respiratory tract infection symptoms in endurance athletes under free living conditions. Eur J Sport Sci. 2021 May;21(5):771-780. (Studie in voller Länge)

[3] Enzymatica AB (2018)
Enzymatica AB: Appeal of court ruling on Enzymatica’s cold spray in Germany. Pressemitteilung vom 29. 8. 2018. Abgerufen am 18. 11. 2021 unter news.cision.com

[4] Huijghebaert u.a. (2021)
Huijghebaert S, Vanham G, Van Winckel M, Allegaert K. Does Trypsin Oral Spray (Viruprotect®/ColdZyme®) Protect against COVID-19 and Common Colds or Induce Mutation? Caveats in Medical Device Regulations in the European Union. Int J Environ Res Public Health. 2021 May 11;18(10):5066. (Übersichtsarbeit in voller Länge)

[5] IQWiG (2020)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Erkältung. Abgerufen am 22. 11. 2021 unter www.gesundheitsinformation.de

[6] UpToDate (2021)
The common cold in adults: Treatment and prevention. Abgerufen am 22. 11. 2021 unter www.uptodate.com (Zugriff kostenpflichtig)