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Keine Spur von Schüßler Salzen

©iStockphoto.com/totalpics

Wirkungslose Zuckertabletten?

Schüßler-Salze sollen allerlei Beschwerden kurieren können. Ob diese alternativmedizinische Methode wirkt, wurde jedoch nie wissenschaftlich untersucht.

Frage:Wirken Schüßler Salze? (alternative Schreibweise: Schüssler Salze)
Antwort:nicht (ausreichend) erforscht
Erklärung:Es findet sich keine einzige Studie zur Wirksamkeit von Schüßler Salzen.

Aktualisiert am 17.7.2014: Eine Suche nach neuen Studien bringt keine inhaltlichen Änderungen.

Dies könnte der kürzeste Beitrag auf medizin-transparent.at werden, denn genau genommen untersuchen wir die wissenschaftliche Beweislage zu einer Behandlung oder Behauptung im Gesundheitsbereich. Und die ist bei Schüßler Salzen sehr eindeutig: Es existieren keine Studien, welche die Wirksamkeit von Schüßler Salzen untersucht haben.


Was ist die Biochemie nach Schüßler?

Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) war ein Homöopath, der 1873 seine „Biochemische Heilweise“ veröffentlichte. Die zentrale Annahme darin: Die meisten Erkrankungen beruhen auf einem gestörten Mineralhaushalt. Durch die Zufuhr der fehlenden Mineralstoffe kann die Krankheit bekämpft werden. Zwölf Salze waren alles, was Schüßler dafür brauchte, später kamen noch 15 „Ergänzungsmittel“ dazu. Ähnlich wie in der Homöopathie werden die Ausgangsstoffe sehr stark verdünnt, üblich sind D6 oder D12 „Potenzen“ – das entspricht einer Verdünnung von 1:1.000.000 bzw. 1:000.000.000.000. Warum die Einnahme von sehr geringen Mengen eines Mineralsalzes therapeutisch wirksam sein soll, während ein Vielfaches davon über die Nahrung aufgenommen wird, ist wissenschaftlich nicht erklärt [1].

Schüßler Salze werden zumeist als Tabletten angewendet, die man im Mund zergehen lässt. Laut Befürwortern werden die Mineralsalze über die Mundschleimhaut aufgenommen. Aufgrund der starken Verdünnung und weil als Hauptbestandteil der Tabletten Milchzucker oder Rohrzucker verwendet wird, bestehen Schüßler Salze in erster Linie aus Zucker.

Schüßler Salzen werden zahlreiche Wirkungen unterstellt. Das Schüßler Salz Nr. 2 (Calcium phosphoricum D6) beispielsweise bekämpft angeblich „Wachstumsschmerzen, Muskelkrämpfe und Blutarmut“ und hilft auch nach „Operationen, Geburt und hohem Blutverlust.“ Ähnliche Auflistungen gibt es auch für andere. Das Salz Nr. 5 (Kalium phosphoricum D6) zum Beispiel hilft angeblich unter anderem gegen Mundgeruch – wenn man 20-30 Tabletten davon am Tag nimmt.

Unterschiede zur Homöopathie

Das zentrale Prinzip der Homöopathie ist „Ähnliches mit Ähnlichem“ zu heilen; was beim Gesunden bestimmte Symptome auslöst, soll beim Kranken gegen genau diese Symptome helfen. Schüßler hingegen lehnte dieses Prinzip ab und berief sich auf physiologisch-chemische Vorgänge. Außerdem werden in der Homöopathie tausende von Mitteln eingesetzt, Schüßler verwendete nur zwölf.

(AutorIn: J. Wipplinger, Review: B. Kerschner, A. Kaminski-Hartenthaler)

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Quellen

Colin Goldner in der Süddeutschen Zeitung
Die heilsamen Zwölf (abgerufen am 25.2.2013)

Edzard Ernst auf stern.de
Schüßler-Salze – teuer, aber wertlos?
(abgerufen am 25.2.2013)

Gesellschaft für Biochemie nach Dr. Schüßler und Antlitzanalyse
(abgerufen am 25.2.2013)